Tarifvertrag db engineering

Werden die drei Voraussetzungen nicht erfüllt, gilt der Streik als rechtswidrig. Arbeitnehmer, die an unrechtmäßigen Streiks teilnehmen, sind nicht durch Streikgesetze geschützt und können sanktioniert oder entlassen werden. Zu den ungesetzlichen Streiks gehören z. B. Go-Slows und Sabotageakte, Streiks in Bezug auf eine bestimmte Verpflichtung, die Teil des Arbeitsvertrags ist (z. B. Bereitschaftsdienst), wiederholte Blockaden oder Besetzungen des Unternehmens ohne kollektiven Arbeitsstillstand oder Arbeitnehmerbefragung, und Streiks auf Unternehmensebene, die rein politisch sind. Die Dezentralisierung der Tarifverhandlungen führt zu einer sehr schwachen Koordinierung der Lohnverhandlungen. Die Sozialpartner auf Unternehmensebene verfügen über wichtige Autonomie, um über die Lohnentwicklung zu verhandeln, da nur Mindestsätze auf sektoraler Ebene ausgehandelt werden. In vielen Branchen sind die ausgehandelten Mindestlöhne immer noch niedriger als der gesetzliche Mindestlohn, der eingehalten werden muss. Es gibt wenig horizontale Koordinierung. Unter bestimmten Voraussetzungen, wenn die Gewerkschaftsvertretung nicht vorhanden ist oder wenn ein Mehrheitstarifvertrag die Verhandlungsbefugnis von den Gewerkschaftsvertretern auf die SEC überträgt.

Andere Gewerkschaften haben erheblichen Einfluss, haben aber noch keinen repräsentativen Status auf nationaler sektorübergreifender Ebene. Sie könnten jedoch durchaus Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene oder, wenn sie die sektorale Schwelle bei den letzten Wahlen erreichen, auf sektoraler Ebene durchführen. Bei der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs nach dem Konsultationsverfahren ist die Regierung nicht verpflichtet, den Inhalt eines Tarifvertrags in seiner bisher abgeschlossenen Fassung anzunehmen. Je nach Thema muss sie jedoch den Gesetzentwurf einreichen: Teilzeitarbeit ist definiert als Arbeitszeit unter 35 Stunden pro Woche, die durch einen Tarifvertrag festgelegte Arbeitszeit oder die übliche Arbeitszeit des Unternehmens. Das Arbeitsgesetzbuch sieht eine Mindestarbeitszeit von 24 Stunden pro Woche vor, die durch vereinbarungen auf sektoraler Ebene mit Ausgleichszahlungen verkürzt werden kann (Arbeitsgesetzbuch, L. 3123-19). Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten ist in den letzten 30 Jahren langsam, aber stetig gestiegen. Im Jahr 2018 arbeiteten nach Eurostat-Angaben 17,8 % der französischen Arbeitskräfte teilzeitbeschäftigt. Nationale Daten deuten darauf hin, dass der Anstieg der Teilzeitarbeit bei Männern stärker ist als bei Frauen, obwohl letztere immer noch deutlich häufiger mit reduzierten Arbeitszeiten arbeiten. Neben den Löhnen (das erste Thema der Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene – 11.800 Vereinbarungen im Jahr 2017 von insgesamt 32.248) sind die anderen Hauptthemen Arbeitszeit (8.114 Vereinbarungen), Beschäftigung, insbesondere die Frage der Ableiben älterer Arbeitnehmer in Beschäftigung (3.132 Vereinbarungen) und die Gleichstellung der Geschlechter (3.817 Vereinbarungen). Dies ist auch eine Folge von Rechtsvorschriften, die die Sozialpartner verpflichten, regelmäßig über Geschlechterfragen und die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer zu verhandeln. Die Verhandlungsverpflichtung der Sozialpartner ist auf das historische Umfeld der Arbeitsbeziehungen zurückzuführen, da die Unternehmen verpflichtet sind, jährlich über eine Reihe von Themen (Löhne, Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, kollektive Krankenversicherung, finanzielle Beteiligung usw.) oder auf mehrjähriger Basis (Gleichstellung der Geschlechter, Beschäftigung behinderter Arbeitnehmer) zu verhandeln.

Üblicherweise besteht die Verpflichtung darin, zu verhandeln, aber keine Einigung zu erzielen. In Fragen der Gleichstellung der Geschlechter oder älterer Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber jedoch eine Einigung erzielen oder, wenn die Sozialpartner nicht zustimmen, einen Aktionsplan verabschieden. Die vom Arbeitsministerium eingeleitete jährliche Bewertung der Tarifverhandlungen gibt einen Überblick über die wichtigsten Themen, die auf Branchen- und Unternehmensebene ausgehandelt werden. Die 2008 verabschiedeten neuen Rechtsvorschriften über Tarifverhandlungen ermöglichen es, dass Betriebsvereinbarungen vom Grundsatz der Begünstigung abweichen, schließt jedoch ausdrücklich die auf sektoralen Ebenen ausgehandelten Mindestlöhne aus.