Tarifvertrag ev. kirche nrw

Mit dem Urteil des Landgerichts I und dieser Wendung in Hitlers Politik trat Jäger von seinem Amt als Staatskommissar zurück. Müller weigerte sich, als Reichsbischof zurückzutreten, musste aber alle Maßnahmen zur gewaltsamen Vereinigung der kirchlichen Körperschaften auflösen. So wurde neben der Bekennenden Kirche der altpreußischen Union, die im Oktober 1934 gegründet wurde, auch die offizielle, christlich dominierte Evangelische Kirche der altpreußischen Union im November wieder aufgebaut. In Berlin feierten Bekennende Christen anlässlich des Reformationstages (31. Oktober 1934) die Konstitution ihrer Kirche. Die Gestapo verbot ihnen jede öffentliche Veranstaltung, so dass die Feierlichkeiten in geschlossenen Räumen mit nur gewollten Gästen stattfinden mussten. Alle Teilnehmer mussten eine sogenannte Rote Karte tragen und sie als Befürworter der Bekennenden Kirche identifizieren. 30.000 versammelten sich jedoch in verschiedenen Kongresszentren der Stadt und Niemöller, Peter Petersen (Lichterfelde) und Adolf Kurtz (Zwölf-Apostel-Kirche) hielten unter anderem Reden. Am 7. Dezember verbot die Gestapo der Bekennenden Kirche, jeden Ort zu mieten, um zukünftige Ereignisse wie diese zu verhindern. Die NS-Regierung verbot dann jede Erwähnung des Kirchenkampfes, in dem Medien überhaupt. “Nicht-Arier werden gebeten, die Kirche zu verlassen!” Am 12. März ernannten die übrigen Mitglieder des Reichsbrüderrates unter dem Vorsitz von Niemöller den zweiten vorläufigen Kirchenvorstand, bestehend aus Supt.

Albertz, Bernhard Heinrich Forck (St. Trinity in Hamm, Hamburg), Paul Fricke (Frankfurt-Bockenheim), Hans Böhm (Berlin) und Fritz Müller. Dieses Gremium wurde von den Brüderräten der zerstörten Kirchen der altpreußischen Union, von Bremen, von Nassau-Hessen und Von Oldenburg sowie von einem Bund von Württembergischen Pfarrern (der sogenannten Württembergischen Sozietät) anerkannt. [104] Das Schisma war noch nicht vollständig überwunden, da nur die radikalsten deutschen Christen abgesetzt oder von ihren Ämtern zurückgetreten waren. Viele Neutrale, die die Mehrheit der Geistlichen und Gemeindemitglieder bilden, und viele Befürworter der recht zweifelhaften kompromittierenden Politik in den Zeiten des Kampfes der Kirchen übernahmen Positionen. Es war Dibelius` Politik, den Mainstream der Gemeindemitglieder zu gewinnen. So hielt der strikte Widerstand der Dahlemiter und Barmener an ihren Konventionen in den altpreußischen Brüderräten fest. Am 14. Januar 1949 beschlossen Vertreter der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union, die Gruppen zu versöhnen und gründeten ein Komitee zur Entwicklung einer neuen Kirchenverfassung. Am 15. August 1949 erließ der Evangelische Oberkirchenrat unter dem Vorsitz von Dibelius den Vorschlag des Ausschusses für eine neue Verfassung, die die Westfälischen zusammenbringen sollte, die sich um die vollständige Auflösung der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union, der Dahlemiten und Barmenser sowie der Dibelianer bemühen.

Am 18. März gaben die drei lutherischen intakten Kirchen die Gründung des Rates der Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands als eigenen Dachverband bekannt.